Weihnachtsbild
Weihnachten 1998
Es wird dies jahr etwas schwieriger fuer mich, euch einen ausfuehrlichen weihnachtsbrief zu
schreiben. Das liegt daran, dass die rate an neuem nach zweieinhalb jahren USA etwas
zurueckgeht; ich euch nicht mit immer neuen lobgesaengen auf unser wetter langweilen will;
und dass viele von euch seit herbst diesen jahres ueber unsere web homepage ohnehin stets
bestens informiert sind.
Inzwischen haben wir nun zwei schulkinder: bezueglich der schulfaecher werden individuelle
vorlieben und abneigungen deutlicher, so scheint etwa ein mathematikstudium fuer Tim
genauso abwaegig wie ein kunststudium fuer Ricco. Umgekehrt zeigt sich bei Tim immer mehr
eine sprachliche und gestalterische begabung waehrend Ricco seine staerken im rechnen hat
und eine musikalische ader entwickelt.
Nach der schule und an wochenenden haben beide eine schier unbaendige energie, die in die
richtigen bahnen zu lenken zuweilen nicht einfach ist. Im interesse unserer nerven haben wir
beide daher zum karate angemeldet und damit einen volltreffer gelandet. Beide sind mit
begeisterung dabei und haben schon den gelben guertel. Bleibt nur zu hoffen, dass die in den
kampfstaetten gelehrte disziplin und selbstkontrolle auch verstaerkt einzug in unser heim findet.
Um missverstaendnissen vorzubeugen: unsere zwei sind wohlerzogene lausbuben, die sich zu
benehmen wissen, wenn es drauf ankommt.
Kerstin ist weiterhin im real estate business aktiv. Sie hatte einige erfolge in diesem jahr aber der
grosse durchbruch steht noch bevor. Manches mal fehlte ihr das noetige quaentchen glueck -
entweder haben sich ihre kunden zu spaet entschieden und das haus war schon vergeben oder
sie fanden ein haus in einer anderen gegend. Das kann manchmal schon entmutigend sein und
ich bewundere ihr durchhaltevermoegen.
Fuer mich war 1998 ein ereignisreiches jahr mit hoehen und tiefen. Es begann mit einem kraftakt
in Chicago, wo ich ein problemprojekt wieder auf kurs bringen sollte. Das vertrauen des kunden
zurueckzugewinnen und letztlich termingerecht zu liefern, bedurfte einer menge arbeit und
durchhaltevermoegen. Spass macht so ein projekt erst hinterher, nach dem happy end - aber
dann ist es natuerlich schon vorbei.
In der zweiten haelfte des jahres war ich dann noch in verschiedenen projekten beschaeftigt,
aber es gab auch eine menge lehrlauf. Dieser projektlose zustand - wir nennen ihn "on the
beach" - ist zwar einerseits von zeit zu zeit ganz nett, macht aber andererseits das leben voellig
unplanbar, weil das naechste projekt eben jederzeit starten kann.
So wussten wir im august auch erst zwei tage im voraus, dass eine woche urlaub drin ist. Wir
unternahmen eine fahrt nach Washington DC und den Blue Ridge Mountains zusammen mit
Kerstin's eltern. Das fahren im gemieteten 7-sitzigen Voyager mit uebernachtung in motels
fanden die kids sehr spannend und so konnten wir gemeckerlos vieles sehen. Vielleicht koennen
wir uns ja naechstes jahr in den westen wagen.
Ein netter zufall ergab, dass ich mich waehred eines kurzprojekts in meinem geburtsort Detroit mit
meinen eltern treffen konnte, die gleichzeitig dort urlaub machten. So konnten wir zusammen
diverse "familiengeschichtstraechtige" orte besichtigen und alte freunde besuchen.
Nun bleibt mir nur euch zu weihnachten und fuer 1999 von herzen alles gute zu wuenschen: dass
ihr gesund und munter, optimistisch und unternehmungslustig bleibt, moeglichst viel zu lachen
habt, eure traeume nicht aus den augen verliert und dass so mancher in erfuellung geht.
Eure
vier.
1999
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